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Politik

Im Gründungsland der Osteopathie, den USA, werden derzeit an 15 Universitäten Osteopathen ausgebildet, die nach ihrem Abschluss als Ärzte D.O. (Doctor of Osteopathy) praktizieren und den “Normalmedizinern” M.D. (Medical Doctor) gleichgestellt sind. Dementsprechend verschreiben hier die Osteopathen auch Medikamente, verabreichen Spritzen und führen Operationen aus. Von den zur Zeit ca. 54000 tätigen Osteopathen sind nur ca. 4-5% der traditionellen Osteopathie verpflichtet, wie sie in Europa praktiziert wird.

Anerkennung der Osteopathie in Europa

Das einzige europäische Land, in dem die Osteopathie vollständig anerkannt und formal rechtlich geregelt worden ist, ist Großbritannien. Dort besteht die Ausbildung aus einem vier- bis fünfjährigen Studium, welches man an einer von fünf Schulen absolviert, die jeweils mit einer titelverleihenden Universität kooperiert. Die Osteopathie ist hier eine eigenständige medizinische Disziplin und keine Spezialisierung innerhalb einer anderen Ausbildung.

In Belgien wurde 1999 ein Rahmengesetz über die Osteopathie erlassen, die Umsetzung dieses Gesetzes fand bisher aber noch nicht statt, da bis jetzt noch nicht alle Detailfragen geklärt sind.

Ebenfalls ein Rahmengesetz zur Anerkennung der Osteopathie wurde 2001 in Frankreich erlassen, jedoch ist auch hier noch Detailarbeit nötig.

In der Schweiz ist man mit einer Etablierung der Osteopathie innerhalb eines Nicht-EU Landes am weitesten. Allerdings hat hier die zuständige Gesundheitsdirektorenkonferenz festgelegt, dass nur Osteopathen, die in Vollzeit ausgebildet wurden, zur interkantonalen Prüfung und damit staatlich anerkannt werden dürfen. Derzeit gibt es aber nur einen einzigen Anbieter, der eine Vollzeitausbildung anbietet und dieser nimmt die kommenden Jahre keine Studenten mehr an, da auf akademische Ausbildung mit Bachelor- und Masterabschluss umgestellt werden soll.

Anerkennung der Osteopathie in Deutschland

Die berufspolitische Situation für Osteopathen in Deutschland ist schwierig, da die Osteopathie hierzulande nicht anerkannt ist. Ausnahme ist das Bundesland Hessen - hier gibt es durch die WPO (Weiterbildungs- und Prüfungsordnung) Osteo eine staatliche Anerkennung.

Federführend für einen eigenständigen Beruf “Osteopath/in” ist der Verband der Osteopathen Deutschland VOD e.V.

Der VOD

1994 wurde der Verband der Osteopathen Deutschland (VOD) in Wiesbaden gegründet. Eines seiner Ziele ist die Anerkennung des Osteopathen als eigenständiger Beruf. Denn in Deutschland sind weder der Beruf des Osteopathen noch dessen Ausbildung staatlich (ausser in Hessen durch die Weiterbildungs- und Prüfungsordnung WPO Osteo) geregelt. Zudem gilt die Osteopathie als Medizin und darf daher nur von Ärzten oder Heilpraktikern ausgeübt werden. Wer weder Arzt noch Heilpraktiker ist, darf nur im so genannten Delegationsverfahren, also auf Anweisung eines Arztes oder Heilpraktikers, osteopathisch arbeiten.

Da eine staatliche Regelung fehlt, betreibt der VOD Qualitätssicherung im Interesse der Patienten. Dazu führt der Verband unter anderem eine Therapeutenliste. Sie enthält ausschliesslich Mitglieder, die als langjährig ausgebildete Osteopathen zertifizierte Fortbildungskurse besuchen.

Zudem hat sich der VOD den Titel D.O. als Marke schützen lassen. Diese Marke erhalten nur Mitglieder, die nach ihrer Ausbildung eine wissenschaftliche Thesenarbeit erstellen. Für Patienten bildet die Marke das höchste Qualitätsmerkmal bei der Suche nach einem qualifiziert ausgebildeten Osteopathen.

Andere osteopathische Einrichtungen


Nach Gründung des VOD entstanden in Deutschland auch osteopathische Ärztegesellschaften, die Mediziner und Physiotherapeuten in Osteopathie ausbilden.

1998 wurde in Schlangenbad, Wiesbaden, die erste Vollzeitschule für Osteopathie gegründet. Ihr Ausbildungsangebot richtet sich vor allen an Abiturienten.

Seit September 2009 bietet das German College of Osteopathic Medicine (GCOM) auch in Hamburg eine Vollzeitausbildung an

(Quelle VOD)

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