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Struktur/Funktion

Das dritte der osteopathischen Grundprinzipien lautet: Struktur und Funktion bedingen sich gegenseitig. Die Struktur bestimmt die Funktion und die Funktion kreiert die Struktur.

Was heisst das?

Struktur ist gleichbedeutend mit Anatomie, Funktion mit den Aufgaben, welche die anatomische Struktur leisten soll bzw. zu leisten vermag. Zum Beispiel: die Bandscheibe als Struktur hat, aufgrund ihres Aufbaus aus einem Gallertkern mit einem ihn umgebenden Ring aus kollagenen Fasern, die bestimmte Funktion der bestmöglichen Druck-, Zug- und Kräfteverteilung bei Bewegungen und in statischen Positionen. Wenn der überwiegende Anteil der täglichen Belastung aber mehr oder weniger nur noch statisch (wenig Bewegung) ausfällt, so wird diese veränderte Funktion mit der Zeit eine “neue” Struktur der Bandscheibe kreieren: Bei immer gleichbleibender, einseitiger Belastung des Knorpelgewebes kann keine Flüssigkeitsaufnahme in den Knorpel mehr stattfinden. Stattdessen versucht der Körper, der permanenten Belastung gerecht zu werden, indem er eine Stütze schafft, denn Beweglichkeit wird ja nicht mehr benötigt. Der Bandscheiben-Zwischenraum wird enger, es wird Calcium eingelagert, es kommt zur Bildung von Osteophyten, die durch eine “Quasiverbreiterung” des Wirbelkörpers eine zusätzliche Abstützung schaffen und es kommt im Laufe der Zeit zur “Osteochondrose”, einer Verknöcherung des Knorpels. Hier hat also eine neue Funktion eine neue Struktur kreiert, oder besser gesagt, eine alte Struktur umgebaut.

Dieser “Umbau” geschieht natürlich nicht in ein paar Tagen, sondern erfordert in der Regel Jahre und ist hier nur als Beispiel zu sehen. Das Prinzip Struktur - Funktion gilt für die gesamte Antomie.

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